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Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Bitterfeld

Am Freitag, den 03. Februar 2017, trafen sich die Kameraden der Feuerwehr Bitterfeld mit Vertretern aus Politik und Verwaltung im Gerätehaus der Wehr um gemeinsam eine Bilanz der Arbeit im zurückliegenden Jahr zu ziehen und die Ziele für das laufende Jahr abzustecken.

 

Als Gäste an der Jahreshauptversammlung konnten der stellvertretende Oberbürgermeister Herr Hülßner, der Ortsbürgermeister Herr Dr. Gülland, die Ortschaftsräte Uwe Müller und Dietmar Mengel, der stellvertretende Kreisbrandmeister Kamerad Bernd - Michael Müller sowie Stadtwehrleiter Uwe Wagner herzlich begrüßt werden.

 

Nach Vorstellung der Tagesordnung und einer Gedenkminute an die im vergangegen Jahr verstorbenen Kameraden wurde der Jahresbericht durch den stellvertretenden Ortswehrleiter Kamerad Hempel verlesen. Zu Beginn gab es einen Rückblick auf besondere Einsätze, die vom normalen Tagesgeschäft einer Feuerwehr abgewichen sind.

 

Da war zum Beispiel ein Einsatz am Bitterfelder Stadthafen als sich die im Wasser befindliche Person als versenkte Puppe herausstellte. Bei einem Kellerbrand in der Sternstraße mussten 16 Personen, darunter 13 Kinder evakuiert werden und der Brand einer Scheune in der Bitterfelder Röhrenstraße beschäftigte nicht nur die Bitterfelder Wehr über mehrere Tage.

 

Einsätze mit Personenschäden sind stets eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte. So wollte sich am 03. April eine Person in der Dessauer Straße mit Gas das Leben nehmen und hatte sich in seiner Wohnung verbarrikadiert. Gemeinsam mit Einsatzkräften der Polizei wurde die Situation unter Kontrolle gebracht und die Person in eine medizinische Einrichtung eingeliefert. Nach einem Wohnungsbrand in der Mühlstraße konnte der Wohnungsinghaber durch die Feuerwehr ins Freie verbracht werden, verstarb allerdings später im Krankenhaus.

 

 

 

Kurios war ein Einsatz am 06. August, als die Kameraden nach Auslösung einer Brandmeldeanlage dem Entertainer Ross Anthony gegenüberstanden. Gebrannt hat es nicht, die Situation nahm er locker und Zeit für ein gemeinsames Foto hatte er auch. 

 

 

 

Ab Mitte des Jahres beschäftigte die Wehr eine Serie von Bränden im Stadtgebiet, die in den Nachtstunden die Kameraden immer wieder forderte. Diese Serie ging einher mit einer Reihe von böswilligen Alarmierungen. Die Ermittlungen der Polizei waren schließlich erfolgreich und 3 Personen konnten durch das Amtsgericht Bitterfeld zur Verantwortung gezogen werden.

 

 

Insgesamt wurde die Bitterfelder Wehr 2016 zu 139 Einsätzen alarmiert, die sich in 69 Brände (4 überörtlich), 29 Hilfeleistungen (3 überörtlich) und 41 sonstige Einsätze (29 Brandmeldeanlagen und 12 blinde/böswillige Alarmierungen) aufgliedern. 

 

Neben der Einsatztätigkeit nimmt die Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrangehörigen einen breiten Raum ein. Jeweils dienstags findet der wöchentliche Ausbildungsdienst im Gerätehaus statt, weiterführende Lehrgänge besuchten Kameraden auf Landkreisebenen und an der Landesfeuerwehrschule in Heyrothsberge.

 

Die Mitgliederzahl der Einsatzabteilung blieb mit 41 Kameraden stabil, allerdings gab es hier Abgänge und Zugänge die sich ausglichen. Insgesamt wirkten sich die Veränderungen positiv auf die Einsatzbereitschaft der Wehr aus. Trotz auftretender Schwankungen in der Einsatzstärke ist die Bitterfelder Wehr rund um die Uhr und an Sonn- und Feiertagen stets einsatzbereit.

 

Neben der Einsatzabteilung gehören 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 15 der Kinderfeuerwehr und 12 der Alters- und Ehrenabteilung an. Neben der Heranziehung neuer Mitglieder über die Jugendfeuerwehr bleibt die Gewinnung neuer Mitglieder für die Wehr auch weiterhin ein wichtiger Aspekt zur Stärkung der eigenen Reihen.

 

Diesem Ziel Rechnung tragend ist die Feuerwehr auch bei vielfältigen Veranstaltungen im Stadtgebniet präsent und versucht mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Dazu gab es beim Hafenfest, dem Tiergehegefest, dem Stadtfest sowie bei Veranstaltungen in Schulen und Kindertagesstätten vielfach Gelegenheit.

 

Ein wichtiger Aspekt der Nachwuchsarbeit in der Feuerwehr ist die Kinder- und Jugendarbeit. Nachdem bereits 2015 die Jugendarbeit in der Wehr neu organisiert werden konnte, gab es auch bei der Kinderfeuerwehr im Jahr 2016 einen erfolgreichen Neustart unter neuer Leitung. Mit Beginn des Schuljahres 2016 / 2017 nahm die Kinderfeuerwehr mit 15 Mitgliedern ihre Arbeit auf und alle zwei Wochen findet ein Dienstnachmittag im Gerätehaus statt. Vielfältige Aktivitäten gab es bereits und bei Wettkämpfen konnten die Kinder bereits erste Erfolge verzeichnen. 

 

 

Die von der Drogeriekette "dm" angebotene Singwette konnte durch die Ortswehren Bitterfeld, Greppin und Holzweißig gewonnen werden und auch Dank der Unterstützung durch weitere Sponsoren konnten einige Aktivitäten auch finanziell abgesichert werden. Die Singwette fand auch eine breite Resonanz unter der Bevölkerung, so dass weit mehr Teilnehmer vor Ort waren als gefordert.

 

 

Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus 6 Mädchen und 10 Jungen, wovon zwischen August und Oktober fünf Mitglieder den Lehrgang "Truppmann I" erfolgreich abschließen konnten und somit auf dem besten Weg sind in die aktive Wehr übernommen zu werden. Damit wird die erfolgreiche Arbeit in der Jugendfeuerwehr gekrönt, hat es die neue Leitung doch möglich gemacht, dass nunmehr seit Jahren erstmals wieder die Möglichkeit besteht Mitglieder der Jugendwehr in den aktiven Dienst zu übernehmen.

 

Auch die Kameraden der Altersabteilung nehmen noch regen Anteil an der Arbeit der Feuerwehr, interessieren sich für Veränderungen und stehen bei Bedarf gern mit Rat und Tat zur Seite. Auch an Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Alterskameradentreffen des Feuerwehrverbandes nehmen die Kameraden teil und treffen dort auch auf Weggefährten aus alten Zeiten. Zu den Veranstaltungen der Feuerwehr sind die Kameraden mit ihren Ehefrauen, aber auch die Frauen bereits verstorbener Kameraden gern gesehen und halten so die Verbindung zur Feuerwehr aufrecht. 

 

Im Anschluss an die Verlesung der Jahresberichte der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie der Altersabteilung erfolgte die Aussprache zu den Berichten. 

 

Sehr ausführlich würdigte Herr Hülßner die Arbeit der Bitterfelder Wehr. Seit Jahren habe er die Arbeit der Wehr begleitet und schätze ein, dass sich die Leistungsfähigkeit der Wehr über Jahre hinweg stabil gestalte. Besonders lobenswert sei die jüngste Entwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit, die ein wichtiger Bestandteil zur Stärkung der Einsatzbereitschaft der Wehr heute und für die Zukunft sei. Bei allen finanziellen Zwängen sei die Stadt bemüht die Basis für einen optimalen Schutz der Bevölkerung zu schaffen, so seien die Weichen für die nächsten Jahre gestellt um die notwendigen Investitionen in bauliche Maßnahmen aber auch in die Erneuerung der Technik abzusichern. Ein erster Schritt dabei sei die für 2017 geplante Indienststellung eines neuen Hubrettungsfahrzeuges für die Bitterfelder Wehr. 

 

Lobende Worte fanden auch der Ortsbürgermeister Dr. Gülland sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister Kamerad Müller für die Arbeit der Wehr. Beide halten seit Jahren eine enge Verbindung zur Wehr aufrecht und wissen die Leistungsfähigkeit der Bitterfelder Wehr zu schätzen. Stadtwehrleiter Kamerad Wagner lobte die positive Entwicklung der hohen Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehr.

 

Nach erfolgreicher Absolvierung der erforderlichen Lehrgänge konnten 7 Kameraden zum nächsthöheren Dienstgrad befördert und für langjährige gute Leistungen in der Feuerwehr 3 Kameraden für 10 Jahre und 1 Kamerad für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Wehr ausgezeichnet werden.

 

                        

 

Bei einem gemeinsamen Abendessen und Gesprächen mit den anwesenden Gästen klang der Abend aus.