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Vergleich zum Vorjahr: von 146 auf 242 Einsätze

Am Freitag, den 01. Februar 2019, kamen die Kameraden der Ortsfeuerwehr Bitterfeld im Gerätehaus in der Bitterfelder Mittelstraße zusammen, um eine Bilanz der im Jahr 2018 geleisteten Arbeit zu ziehen und die Ziele für das Jahr 2019 abzustecken.

 

Als Gäste der Veranstaltung konnten Oberbürgermeister Armin Schenk, Geschäftsbereichsleiter Rolf Hülßner, Stadtrat Uwe Müller sowie der Stadtwehrleiter Uwe Wagner und Stadtjugendwartin Claudia Elze begrüßt werden.

 

Nach Vorstellung der Tagesordnung wurde durch den Ortswehrleiter Kamerad Brandt der Rechenschaftsbericht für das Jahr 2018 vorgetragen. Zu Beginn wurde der Blick im Rahmen einer kurzen Präsentation nochmals auf ausgewählte Ereignisse des abgelaufenen Jahres gerichtet. Die Einsatzzahlen haben sich im Vergleich zu 2017 mit 146 Einsätzen im Jahr 2018 auf 242 Einsätze erhöht, was einer Steigerung auf 166 % entspricht.

 

Die Einsatzkräfte der Wehr wurden aus den unterschiedlichsten Gründen alarmiert, so zum Beispiel in 17 Fällen wegen ausgelöster Rauchmelder in Wohnungen. Die Auslösung erfolgte in den meisten Fällen durch verbrannte Speisen auf Kochstellen und so konnte fast immer Schlimmeres verhindert werden und die Bewohner kamen meistens mit leichten Folgen davon, denn auch die Rauchgase von verbranntem Essen sind giftig.

 

In 12 Fällen kam die Wehr beim Transport von Patienten unterstützend für den Rettungsdienst zum Einsatz, in 22 Fällen mussten Türen geöffnet werden um zum Beispiel dem Rettungsdienst Zugang zu hilfebedürftigen Personen zu ermöglichen oder eingeschlossene Personen aus Aufzügen zu befreien.

 

 

 

Im Januar mussten nach "Friederike" zahlreiche Sturmschäden beseitigt werden, im Juli unterstützte die Wehr Feuerwehren im Landkreis Wittenberg bei der Bekämpfung eines großen Waldbrandes bei Serno. Etwas Neues kam auf die Kameraden unter den Stichwort "Tiernot" am 25. Juli zu, als Anwohner eine Schlange im Keller des Wohnhauses gesichtet hatten. Die Ringelnatter konnte eingefangen und danach in der freien Natur wieder ausgesetzt werden.

 

Eine sehr arbeitsreiche Nacht erlebten die Kameraden im August, nach einem schwerem Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem LKW auf der B 100 kam für den Fahrer des PKW leider jede Hilfe zu spät. Unmittelbar nach diesem Einsatz wurde die Wehr in die Feldstraße zu einem Fahrzeugbrand gerufen, bei Ankunft der Wehr brannte der PKW jedoch bereits in voller Ausdehnung.  Nach diesem Einsatz ging es zunächst zu einem Ödlandbrand in die Windmühlenstraße und danach in die Niemegker Straße wo es auf einer Deponie für Bioabfälle zu einem Brand gekommen war. Gemeinsam mit anderen Wehren waren die Kameraden hier bis in die Morgenstunden im Einsatz.

 

Am 21.09. hatten die Kameraden gemeinsam mit Einsatzkräften aus Greppin, Holzweißig und der Securitas Werksfeuerwehr einen Großbrand in einer Produktionshalle eines aluminiumverarbeitenden Betriebes im Areal E des Chemieparkes zu bekämpfen.

 

 

Die 242 Einsätze gliedern sich auf 90 Brände (8 überörtlich), 95 Hilfeleistungen (13 überörtlich) und 57 sonstige Einsätze (darunter 33 Brandmeldeanlagen und 22 blinde bzw. böswillige Alarmierungen) auf. Die Abarbeitung der Einsätze nahm insgesamt 2781 Stunden in Anspruch, wovon die Kameraden 2536 Stunden in ihrer Freizeit aufwendeten.

 

 

 

Neben der aufgewendeten Zeit für die Einsätze wurde auch der Aus- und Weiterbildung sehr viel Zeit gewidmet, so findet der wöchentliche Ausbildungsdienst jeweils Dienstags in der Zeit von 18.30 Uhr bis 20.00 Uhr im Gerätehaus statt. Darüber hinaus besuchten Kameraden auch Lehrgänge auf Kreisebene bzw. am Institut für Brand- und Katastrophenschutz des Landes Sachsen - Anhalt.

 

Derzeit besteht die Bitterfelder Wehr aus 86 Mitgliedern, wovon 47 (darunter 6 Frauen) Dienst in der Einsatzabteilung verrichten. Die Jugendfeuerwehr hat 14 Mitglieder, die Kinderfeuerwehr 12 und 13 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an.

 

Neben den Einsätzen sind die Kameraden auch im Rahmen von Veranstaltungen innerhalb der Stadt sowie in Einrichtungen anzutreffen. Gern ist die Wehr in Kindertagesstätten zu Gast und unterstützt dort vielfältige Veranstaltungen, auch beim Tiergehegefest, dem Kinder- und Jugendfeuerwehrtag an der Goitzsche oder dem Bitterfelder Stadtfest war die Feuerwehr präsent.

 

Zum Abschluss seiner Ausführungen gab der Ortswehrleiter noch einen Ausblick in die Zukunft, wo besonderes Augenmerk auf den avisierten Neubau des Gerätehauses gerichtet ist, vorbereitende Arbeiten sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Im Jahr 2020 jährt sich der Gründungstag der Bitterfelder Wehr zum 160. Mal und die Kameraden wollen dieses Jubiläum gemeinsam mit den Bürgern der Stadt begehen.

 

Im Anschluss an den Bericht der Wehrleitung folgten die Berichte über die Arbeit in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, wo auf Höhepunkte in der Arbeit eingegangen wurde. Besonders hervorgehoben wurde die Durchführung des Sommercamps, welches gemeinsam mit der Greppiner Wehr im Tiergehege Greppin durchgeführt wurde. Dieses Camp konnte Dank einer finanziellen Unterstützung der Bäckereikette Steinecke durchgeführt und mit Unterstützung einheimischer Unternehmen ausgestaltet werden.

 

Im Bericht des Sprechers der Alters- und Ehrenabteilung wurde nochmals auf das Treffen der Alterskameraden aus dem Altkreis Bitterfeld eingegangen, welches Dank der Unterstützung durch die Stadt Bitterfeld - Wolfen durch den Feuerwehrverband Anhalt - Bitterfeld im Bitterfelder Gerätehaus durchgeführt werden konnte und eine sehr gute Resonanz fand. Aber auch im Rahmen anderer Veranstaltungen halten die Alterskameraden den Kontakt zur Wehr und informieren sich über aktuelle Entwicklungen innerhalb der Feuerwehr.

 

 

Im Rahmen der Aussprache zu den Berichten richtete auch Oberbürgermeister Schenk seine Worte an die Anwesenden und bedankte sich für die erbrachten Leistungen, wobei ein besonderer Dank an die Familien der Kameraden ging. Bei der Vielzahl der geleisteten Einsätze kam das Familienleben oftmals zu kurz, geplante Aktivitäten mussten zurückgestellt werden und die Partner verbrachten viel Zeit bei der Feuerwehr. Bezüglich des Neubaus des Gerätehauses verwies er auf eingeleitete Maßnahmen, konnte jedoch noch keine festen Termine nennen, da die vorgesehenen Maßnahmen im Wesentlichen auch von Förderprogrammen des Landes abhängig seien. 

 

Nach der Aussprache zu den Berichten konnten Kameraden nach erfolgter Ausbildung zum nächsthöheren Dienstgrad befördert oder für langjährige treue Dienste in der Feuerwehr ausgezeichnet werden, darunter auch der Altwehrleiter Werner Gruß für 60 Jahre Dienst in der Feuerwehr.

 

Nach dem offiziellen Teil kamen die Kameraden bei einem gemeinsamen Abendessen, welches die Küchencrew der Feuerwehr vorbereitet hatte, und einem Glas Bier (gesponsort durch Stadtrat Uwe Müller) mit den Gästen ins Gespräch. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Inhaber der "Villa am Bernsteinsee" Nico Eisenmann aus seiner Küche entführt und musste bei der Feuerwehr seinen Dienst antreten. Für jahrelange Unterstützung und die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr wurde er durch den Oberbürgermeister zum Ehrenmitglied der Ortsfeuerwehr ernannt.