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Unfall mit Gefahrgut-LKW

28. April 2020 - 21:09 - Radioaktive Ladung wird nicht beschädigt

An Abend des 28. April 2020 ereignete sich ein folgerschwerer Unfall auf der Bundesautobahn 9, Fahrtrichtung München. Kurz vor dem Kreuz Halle waren insgesamt 3 LKW miteinander kollidiert. Da einer der beteiligten Lastkraftwagen mit Gefahrgut beladen war, wurden neben den örtlich zuständigen Ortsfeuerwehren aus Thalheim, Sandersdorf und Zörbig auch die Gefahrguteinheit aus Wolfen-Nord alarmiert. 

Während der Anfahrt mussten sich die Kräfte teilweise zu Fuß ihren Weg durch die schlecht ausgebildete Rettungsgasse bahnen, die für Großfahrzeuge kaum passierbar war. Bei Ankunft der Einsatzkräfte wurde festgestellt, dass bereits zwei Fahrer aus den zum Teil schwer beschädigten Führerhäusern gerettet werden konnten und vom Rettungsdienst versorgt wurden. Der Fahrer des dritten LKW blieb unverletzt. Da die Gefahrensymbolik am Auflieger eines LKW darauf hindeutet, dass dieser Gefahrgut der Klasse 7 "radioaktiv" geladen hatte, wurde die Unfallstelle zunächst weiträumig abgesperrt und auch die Gegenfahrbahn abgesperrt.

Zuerst wurden die Verletzten und die unmittelbar im Gefahrenbereich tätig gewordenen Einsatzkräfte auf eine mögliche Kontamination überprüft. Diese konnte glücklicherweise nicht festgestellt werden, so dass die Verletzten zeitnah ins Krankenhaus verbracht werden konnten. Anschließend wurden Erkundungsmessungen direkt an den Unfallfahrzeugen vorgenommen und eine gegenüber der Umgebung leicht erhöhte Dosisleistung gemessen. Der betroffene Auflieger blieb zu diesem Zeitpunkt zunächst verschlossen.

Als größere Schwierigkeit stellte sich heraus, die genaue Art und Menge der Gefahrgüter in Erfahrung zu bringen. Auch die telefonische Rückfrage bei der Spedition brachte keine zeitnahen Erkenntnisse, so dass ein Trupp unter entsprechender Schutzausrüstung das zerstörte Führerhaus durchsuchte und schließlich die Beförderungspapiere fand.

Neben mehreren Kleinmengen von Chemikalien befanden sich auf dem Auflieger zwei Packstücke mit flüssigen radioaktiven Stoffen für die medizinische Behandlung. Nachdem die Menge und die davoin ausgehende Gefahr nun bekannt war, wurde der Auflieger geöffnet. Die Messungen direkt an den Packstücken ergaben, dass diese unbeschädigt waren und somit sicher geborgen werden konnten. Die erhöhten Strahlenwerte direkt in der Umgebung der Packstücke entsprechen den physikalischen Besonderheiten dieser Art von Ladung. Für Menschen bestand dadurch keine unmittelbare Gefahr.

Der Gefahrguteinsatz konnte kurz nach 2 Uhr nachts beendet werden und die Einsatzkräfte aus Bitterfeld-Wolfen verließen die Einsatzstelle. Die Bergung der LKW dauerte noch bis 9:30 Uhr am nächsten Morgen an.

Unfall mit Gefahrgut-LKW

Vor Ort:

  • Ortsfeuerwehr Thalheim: TLF 16/25; MTF
  • Ortsfeuerwehr Wolfen: KdoW; HLF 20/16; GW-G; ABC ErkKw; MTF-1
  • Stadtwehrleiter: KdoW
  • Ortsfeuerwehr Thalheim - HLF 20, Feuerwehr Zörbig, Feuerwehr Sandersdorf-Brehna
  • Rettungsdienst; Notarzt
  • Autobahnpolizei

Einsatzgalerie:

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